Haus der Begegnung


Adresse: Berliner Str. 50, 86807 Buchloe

Am 3. November 2003 wurde das Haus der Begegnung von Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz feierlich eingeweiht. Unserem Architekten Peter Gradl aus Schondorf ist mit diesem Bau ein großer Wurf gelungen. Sein klares Konzept, alle Räume an der Symmetrieachse zu orientieren, und bei den Baumaterialien die Vielfalt auf Beton, Holz, Stahl und Glas zu beschränken, gibt dem Inneren eine zeitlose Leichtigkeit. Im Kirchenraum und in der Kapelle finden wir moderne Glasfenster von Professor Johannes Schreiter aus Langen bei Frankfurt. Mit kräftigen Farben und Formen stellt der Künstler in seinen „Glas-Ikonen“ biblische und weltliche Begegnungen dar. In der Kapelle ist das Andachtsbild der Hl. Crescentia von Kaufbeuren zu erwähnen. Es stammt vom Augsburger Künstler Jörg Maxzin.

Dieses Gemeindezentrum mit dem neuen Konzept von Kirchenraum, Kapelle, Pfarrheim und Wohnung unter einem Dach dient vielen Veranstaltungen. Die Gottesdienstzeiten roulieren an Sonntagen von 8:45 über 10:15 bis 18 Uhr. Am Mittwoch ist immer um 19:15 Uhr Abendmesse. Der Kirchenraum bietet eine induktive Höranlage. Die Kapelle mit Tabernakel wurde als Andachtsraum konzipiert. In der Dienstwohnung wohnt der Hausmeister.

Ministranten, Jugendgruppen, Junge Erwachsene und Mutter-Kind-Gruppen treffen sich regelmäßig in den Räumen des Untergeschoßes. Spezielle Räume wie MuKi-Raum, Besprechungszimmer, Mehrzweckraum, Jugendraum, Meditationsraum und Cafeteria eröffnen vielseitige Nutzungsmöglichkeiten. Das ganze Gebäude ist behindertengerecht ausgestattet.

Vor allem der Saal (60 m², erweiterbar um das Foyer mit zusätzlich 70 m²) und der Mehrzweckraum (45 m²) können für private Feste und Feiern gemietet werden. Ansprechpartner ist der Hausverwalter Karl Kutter, Tel. 08241 2487.

Das strenge Rauchverbot im ganzen Haus und die Sperrstunde um 24 Uhr haben sich gut bewährt. In der Sommerzeit werden die Besucher von einem sanft plätschernden Brunnen empfangen, der schon am Eingang entsprechend der Intention des Hauses Begegnungen unter den Besuchern stiftet.

Crescentia-Kapelle:

 

Den Namen verdankt diese schlichte Kapelle im Haus der Begegnung den Buchloer Gottesdienstbesuchern. Sie wählten die Hl. Crescentia von Kaufbeuren im Oktober 2002 zur Namenspatronin. Geweiht wurde die Kapelle dann am 3. November 2002 vom damaligen Diözesanbischof Dr. Viktor Josef Dammertz. Dabei wurden Reliquien der Hl. Crescentia und des Hl. Simpert (Bistumspatron) in den gläsernen Altertisch eingesetzt. Auch der Tabernakel ist gläsern und macht dadurch deutlich, dass Jesus Christus gegenwärtig ist.

Mit einem zeitgenössischen Andachtsbild der Hl. Crescentia wurde die Kapelle im März 2005 vollendet. Der Augsburger Künstler Joerg Maxzin hat diese 55 x 110 cm große Fotoarbeit gestaltet. Jetzt hängt das Bild an der Südwand, links vom Tabernakel. Eindrucksvoll stellt Maxzin Crescentia als eine Heilige unserer Zeit dar. Der heilige Geist, der Crescentia begleitete, ist ein helles Licht, das von oben aus auf sie herabstrahlt und mit ihr zu einer Einheit verschmilzt. „Ich will dir nachfolgen auf dem Kreuzespfad“ spricht Crescentia in einem ihrer Gebete. Diesen Kreuzespfad stellt Maxzin nicht wie herkömmlich mit einem Kreuz in der Hand dar, sondern als ein Gitter aus endlos sich aneinanderreihender Kreuze. Die Gestalt der Hl. Crescentia durchbricht dieses Kreuzesgitter im Bild. Dem Andacht Suchenden begegnet die Hl. Crescentia als ein Gegenüber auf Augenhöhe. Ruhig blickt sie ihm entgegen und empfängt ihn mit ihren Augen. Die Heilige ist dabei nicht entrückt, sondern dem Andächtigen zugewandt.

Die Kapelle ist tagsüber geöffnet und lädt zum stillen Gebet ein.

Glaskunstfenster von Johannes Schreiter:

 

Prof. Johannes Schreiter aus Langen bei Frankfurtist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Glasbildner. Sein Gesamtwerk umfasst architekturgebundene Glasfenster in Sakral- wie Profanbauten, freie Glasbilder, aber auch Zeichnungen, Druckgraphik und Brandcollagen. Keiner Künstlergruppe zugehörig, ist Schreiter ein "Grenzgänger" zwischen Informell, Hard Edge und Minimal Art.

Der optimale Zusammenklang von Architektur und Glasfenster war Schreiter im Buchloer Haus der Begegnung ein besonderes Anliegen. Er schuf einen sehenswerten zwölfteiligen Glasfensterzyklus. Zehn kleinformatige ikonenhafte Andachtsbilder flankieren nord- und südseitig den Kirchenraum und führen den Besucher in ihrer warmtonigen Farbigkeit und dem grafisch reduzierten Gestus in das Thema biblische und menschliche Begegnung ein. Das zentrale Fenster im Altarraum beschreibt der Künstler selbst als „Auferstehungsfenster“. Schreiters Glasmalerei führt zur innersten Substanz christlicher Spiritualität. Gerade in der Sprache der Moderne kündet sie von der trostvollen Nähe Gottes, der uns sein wunderbares Antlitz zuwendet. Bei aller Aktualität steckt in ihr etwas Zeitloses, das im Zeitalter der beschleunigten Wahrnehmung zum Innehalten und Verweilen auffordert.



Bildquellen: wenn nicht anderweitig angegeben - Lothar Rid